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Der Altenburger Piratensender

Der Altenburger Piratensender

Eine Gruppe Jugendlicher aus Altenburg (Thüringen) stört am 21. Dezember 1949, dem Geburtstag des Sowjetischen Diktators Josef Stalin, mit einer selbstgebauten Radiostation die Rundfunkübertragung des Festaktes in der Region. Die Lobrede des Staatspräsidenten Wilhelm Pieck wird mit Brummtönen attackiert. Dazwischen kritisiert einer der Jugendlichen mit kurzen Sprechsequenzen die Politik der SED. Einige Monate später im März 1950 fliegt die Gruppe, die auch Kontakte zur Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit (KgU) pflegt und deren Flugblätter verteilt, auf. 19 Mitglieder werden vor das sowjetische Militärgericht in Weimar (Thüringen) gestellt und vier der Beteiligten im Alter zwischen 19 und 22 Jahren zum Tode verurteilt und durch Erschießen hingerichtet. Die anderen erhalten lange Haftstrafen.

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Medienfrühling 1990

Im gesamten Land finden nun Großdemonstrationen statt. Aufgrund des Drucks der Straße muss die SED ihre Macht Stück für Stück abgeben. Diese und vor allem das Medienmonopol gibt sie nicht freiwillig auf. Die Stellvertreter der Massen, die neuen Parteien und Bürgerbewegungen müssen sich auch nach den friedlichen Demonstrationen die Pressefreiheit weiterhin erkämpfen. Beispielsweise will die neue SED-Regierung um Hans Modrow die Nachrichtenagentur als staatliche Einrichtung erhalten, was am Veto der Opposition scheitert. Der Zentrale Runde Tisch als oppositionelles Ersatzparlament und die Volkskammer arbeiten ein neues Mediengesetz aus. Der Beschluss der Volkskammer über die Gewährung der Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit vom 5. Februar 1990 setzt der Zensur und dem SED-Medienmonopol endgültig ein Ende.

Außer Kontrolle - Illegale Radios

Außer Kontrolle - Illegale Radios

Bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren entstehen vereinzelt regionale Piratensender in der DDR. Für eine Gruppe Jugendlicher aus Altenburg hat das illegale Senden mit politischen Inhalten im Jahr 1949 verhängnisvolle Folgen. In Leipzig 1959 der „Sender Freies Holzhausen“, 1965 der „Sender Freies Paunsdorf“ oder 1968 ein Dresdner Piratensender ins Leben gerufen. Ihr Hintergrund ist unpolitisch, aber aufmüpfig und das Interesse der Akteure liegt meist im technischen und musikalischen Bereich.